Die Haftfestigkeitsprüfung ist die entscheidende Qualitätskontrolle, um das Haftungsvermögen von Lacken, galvanischen Schichten und Dünnschichten auf ihrem Grundwerkstoff zu bestimmen (gemäß DIN- und ISO-Normen für Oberflächenbehandlung). Wenn eine funktionale Beschichtung abplatzt oder schält, nützt auch die beste Härte oder Korrosionsbeständigkeit nichts.
Standardisierte Prüfverfahren im Überblick
1. Gitterschnittprüfung (DIN EN ISO 2409)
Ein schnelles und weltweit verbreitetes Prüfverfahren für Schichtdicken bis ca. 250 µm. Mit einer Schneide werden 6 parallele Schnitte bis auf das Substrat und rechtwinklig dazu weitere 6 Schnitte angebracht, sodass ein Gitter aus 25 Quadraten entsteht. Ein genormtes Klebeband wird aufgedrückt und ruckartig abgezogen. Das Ergebnis wird in Gitterschnitt-Kennwerten von GT 0 (perfekt haften, keine Abplatzungen) bis GT 5 (vollständiges Abplatzen) eingestuft.
2. Abreißversuch / Pull-off Test (DIN EN ISO 4624)
Ein quantitatives Prüfverfahren, bei dem ein Prüfstempel (Stempel/Dolly) mit einem Spezialkleber auf die Beschichtung geklebt wird. Nach dem Aushärten zieht ein hydraulisches oder mechanisches Prüfgerät den Stempel rechtwinklig ab. Gemessen wird die maximale Abreißkraft in Megapascal (MPa) sowie das Bruchbild (Adhäsionsbruch zwischen Schicht und Substrat vs. Kohäsionsbruch innerhalb der Schicht).
3. Kugelanstrich- & Biegeprüfung
Wird ergänzend bei flexiblen Substraten oder Umformteilen eingesetzt, um das Haftungsvermögen bei plastischer Verformung zu bewerten.
Zur vollständigen Analyse empfiehlt sich stets die parallele Messung von Parametern wie der Oberflächenrauheit und der zerstörungsfreien Schichtdickenmessung.
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